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Das Weizmann Institute of Science

Spitzenforschung mit weltweiter Strahlkraft

Wichtig sei ihm, so erklärte Alon Chen, Präsident des Weizmann Institute of Science, einmal bei einem Vortrag in Berlin, nicht nur, dass eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler am Institut zu den Besten des Fachgebietes gehöre, sondern vielmehr, dass das Forschungsprojekt aus Neugier und Leidenschaft für das Thema entstanden sei. Ob diese Leidenschaft der Weltraumforschung oder der Molekularbiologie gelte, sei zweitrangig.

Dieser Ansatz prägt das Weizmann-Institut seit seiner Gründung: Im Mittelpunkt stehen nicht vorgegebene Forschungsthemen oder kurzfristige Anwendungsziele, sondern exzellente Forschende, die grundlegenden Fragen nachgehen und dabei die Freiheit haben, Risiken einzugehen und neue Wege zu beschreiten.

Das Institut bezeichnet diese Haltung als Curiosity Driven Research – von Neugier getriebene, vielleicht besser noch: von Neugier beflügelte Forschung. Dahinter steht die Überzeugung, dass wissenschaftliche Durchbrüche häufig dort entstehen, wo Menschen ergebnisoffen forschen und Fragen verfolgen, deren Bedeutung sich oft erst Jahre oder Jahrzehnte später zeigt. Bei Vorträgen von Weizmann-Wissenschaftler:innen lässt sich diese Haltung sofort erkennen und sie schlägt die Zuhörenden in ihren Bann.

Das Weizmann-Institut auf einem Blick

An diesem Abend in Berlin bemerkte Alon Chen weiter, ein Café sei für ihn ein unverzichtbarer Bestandteil der Forschungsinfrastruktur. Hier träfen sich Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen, kämen ins Gespräch und würden so Kooperationen entstehen. Dieses starke Gemeinschaftsgefühl prägt den Campus des Weizmann-Instituts, auf dem auch viele Wissenschaftler:innen mit ihren Familien leben. Zum Coffeeshop kommt der Spielplatz als Ort des Austauschs.

Besonders deutlich zeigte sich dieser Geist, nachdem zwei iranische Raketen im Juni 2025 zahlreiche Gebäude des Instituts in Rehovot zerstört oder beschädigt hatten. Andere Forschungsprojekte, deren Labore nicht betroffen waren, rückten zusammen und hießen gestrandete Kolleg:innen willkommen. Krebsforschung fand nun in Departement of Plant & Enviromental Sciences statt. Manche Wissenschaftler:innen konnten bereits eine Woche nach dem Angriff ihre Forschungen  wiederaufnehmen. Diese Resilienz, dieser Wille, das Beste aus einer shwierigen Situation zu machen und sich dann noch zu steigern, ist sehr bemerkenswert.

Internationale Zusammenarbeit ist am Weizmann-Institut kein Nebenaspekt, sondern Teil seiner wissenschaftlichen DNA. Programme wie das ISSI, Forschungspraktika für Studierende oder Postdoc-Initiativen gemeinsam mit Partnern wie der Max-Planck-Gesellschaft bringen Menschen mit unterschiedlichen fachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen zusammen. Gerade diese Vielfalt der Perspektiven schafft die Voraussetzungen für neue Ideen und unerwartete Lösungsansätze. Denn Herausforderungen wie Krebs, Klimawandel oder die Entwicklung nachhaltiger Technologien machen nicht an Landesgrenzen Halt. Ihre Bewältigung erfordert den Austausch von Wissen, Methoden und Erfahrungen über Disziplinen und Nationen hinweg. Die internationale Vernetzung des Weizmann-Instituts beschleunigt daher nicht nur wissenschaftlichen Fortschritt, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, Antworten auf Fragen zu finden, die für Menschen auf der ganzen Welt von Bedeutung sind.

ISSI Alumni Treffen 2025. 

Der grenzüberschreitende Ansatz spiegelt damit den Anspruch des Forschungsinstituts wider: Forschung zum Nutzen der gesamten Menschheit.